COCHABAMBA: KAEMPFERISCHE ABSCHLUSSKUNDGEBUNG " SOZIALISMUS ODER BARBEREI"

Die Klima-Konferenz in Cochabamba, die durch eine Initiative des - indigenen- Praesidenten Boliviens Evo Morales zustande kam, ging vor wenigen Minuten mit einem grossen "acto cultural" im Stadion von Cochabamba zu Ende. Sprecher waren unter anderen der Praesident von Venezuela Hugo Chavez, der Vizepraesident Cubas Esteban Lazom und das Urgestein der sandinistischen Revolution Tomas Borge.

Rund 40 000 Personen- unter ihnen viele Indigene von mehreren Kontinenten- nahmen an der Abschlussveranstaltung teil.

Chavez spannte einen breiten Bogen von den Unabhaengigkeitskaempfen Lateinamerikas und seinen Inspiratoren ( Bolivar, Sucre, Marti, Mariategui) bis hin zu den aktuellen globalen Krisen . Rosa Luxemburg zitierend spitzte er die Alternative zu: " Sozialismus oder Barberei ".

Vertreter sozialer und oekologischer Bewegungen aus allen fuenf Kontinenten praesentiereten die Ergebnisse der 17 " mesas de trabo"- zusammengaefasst in einer gemeinsamen Erklaerung ( " acuerdo de los pueblos"- " Uebereinkunft der Voelker"). Das Dokument ist eine harsche Kritik am " patriarchalen, kapitalistischen Produktions- und Konsummodell" und optiert fuer eine sozial gerechte Gesellschaft. die in dauerhafter " Harmonie mit der Natur" lebt.

Schlussredner war Evo Morales, der die Voelker und sozialen und oekologischen Bewegungen aufrief, die " Ergebnisse von Cochabambe hinauszutragen " und " fuer ihre " Umsetzung zu kaempfen "

Die Konferenz in Cochabamba, die von 19. bis 22. April dauerte, kann als ein wichtiger Schritt vorwaerts nach dem Scheitern des offiziellen Klimagipfels in Kopenhagen ( COP 15) im Dezember des Vorjahrs eingestuft werden. Der allgemeine Tenor war, mit starker Stimme waehrend des naechsten UNO-Klimagipfels in Canucun Ende des Jahres praesent zu sein und dort fuer grundsaetzliche oekologische und gesellschaftliche Veraenderungen ( " Change the system- not the climate ") zu wirken.

Herman Dworczak, Cochabamba (Aktivist im Austrian Social Forum / ASF; 0043 / 676 / 972 31 10 )