Sonntag fand im Gefolge der Riesen-Demo mit 100 000 TeilnehmerInnen im "roten Saal" des DGI-Byen, wo der alternative Klimagipfel abgehalten wird, eine Art "Stategie-Debatte" statt. VertreterInnen aus Lateinamerika und Europa diskutierten unter der Moderartion von Tord Bjoerk (Schweden ) darueber , wie ein "konstruktives Programm einer breiten, in der Gesellschaft verankerten Bewegung fuer einen "sustainable" Wandel aussehen" koennte.
Der schwedische Oeko-Bauer Torgny Oestling verwies auf eine Fuelle alternativer Produktionsmoeglichkeiten. Er selbst betreibt oekologische Land- und Forstwirtschaft und macht sich fuer Holzbauten stark. Gleichzeitig sprach er sich strikt gegen "bloss individuelle, kurzfristige Loesungen aus". Vielmehr gelte es durch "globale Aktivitaeten, etwa gemeinsam mit via campesina, die Rahmenbedingungen die durch die Konzerne diktiert werden, zu aendern".
In das gleich Horn stiess Lars Igeland von "Friends of the Earth": "Wir haben eine Debatte losgetreten, dass ein Prozent des Bruttonatinalprodunkts zusaetzlich in den oeffentlichen Transport fliessen sollte . Dadurch ergaben sich auch neue Kooperationsmoeglichkeiten mit - Teilen - der Gewerkschaft."
Luiz Henrique, von der brasilianischen Landlosenbewegung MST, gab einen kompakten Ueberblick ueber die Taetigkeit der MST: Von Landbesetzungen ueber alternative Produktion und Konsumption im lokalen bzw. regionalen Rahmen, Schulungstaetigkeit, bis hin zu Kontakten mit Bewegungen in den grossen Staedten und auf internationaler Ebene. "Punkt fuer Punkt gilt es gegenueber der Hegemonie des Kapitalismus eine andere Hegemonie von unten nach oben aufzubauen. Und der Wandel von einer Gesellschaftsordnung zu einer anderen ist kein blosser allmaehlicher "Uebergang" , sondern ein radikaler "Bruch"!".
Als Schlussredner fuehrte ich aus , das "wir dort sein sollten, wo sich etwas - massenhaft - bewegt, wie bei der gestrigen Demo der 100 OO0. Auch das Europaeische Sozialforum in Istanbul im Juli 2010 bietet viele Moeglichkeiten sich- international- zu vernetzen. Aber wir sollten uns genauso um die bemuehen, die (noch) nicht da sind ."
Als konkretes Beispiel wie Barrierren abgebaut werden koennen, erwaehnte ich die Bewegung der StudentInnen in Oesterreich in den letzten zwei Monaten, die mit Audimax-Besetzung und diversen Aktionen es geschafft hatte, das Thema "Bildung und nicht bloss Ausbildung" in den oeffentlichen Diskurs zurueckzuholen. "Auch die Gewerkschaften konnten an der grossen Demo von 40 000 Personen nicht vorbeischauen". Und selbst die grossen Medien berichteten laufend ueber die Aktivitaeten der Studis. "Nicht durch staendiges Jammern , sondern durch konkrete Aktionen kann das buergerliche Medienmonopol- partiell- gebrochen werden".
Hermann Dworczak (Aktivist im Austrian Social Forum/ ASF; 0043 / 676 / 972 31 10) Kopenhagen 14.12.09
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