KOPENHAGEN: ALTERNATIVGIPFEL DISKUTIERT UND DEMONSTRIERT (2. Bericht)

Am heutigen Freitag gab es auf dem alternativen Klimagipfel, dem Peoples Climate Summit, erneut eine Fuelle interessanter
Veranstaltungen. Eine der herausragenden Persoenlichkeiten, die das Wort ergriff, war die legendaere Umweltaktivistin Vandana Shiva. Ihr zentrales Thema: die grauenhaften Konsequnezen fuer Mensch und Natur beim Einsatz von genmanipuliertem Saatgut. Fuer die morgige grosse internationale Demonstration, die zum Tagungsort der UNO-Konfernz im Bella- Center fuehrt, erwartet die offizielle englischsprachige "COP15post " 6O 000 TeilnehmerInnen.

Ein absoluter Hit war das Forum " Globale Erwaermung: die kapitalistische Katastrofe und die oekosozialistische Alternative". Dem Veranstalter , dem " Oekosozialistischen internationalen Network" war nur der " graue Saal" mit einem Fassungsvermoegen fuer etwa 60 Personen zur Verfuegung gestellt worden . Tatsaechlich kamen dreimal soviel Interessierte, sodass auf den Gaengen zugehoert werden musste!

Michael Loewy, sowohl in Frankreich wie Brasilien beheimatet, unterstrich, dass mit der Fortsetzung der spezifischen , auf Profit basierenden kapitalistischen Produktionsweise nicht nur im uebertragenen Sinne der " Untergang" drohe. Notwendig sei demgegenueber eine demokratische von unten nach oben strukturierte Gesellschaft, die sich voll ihrer natuerlichen Grundlagen bewusst ist- eben der " Oekosozialismus ".

Terisa Turner aus Kanada konkretisierte diese These an hand der verhaengnisvollen Politik der Erdoel-Konzerne bzw. der ihnen nachtrabenden Regierungen und optierte u. a. fuer " ProduzentInnen- und KonsumentInnenstreiks".

Schliesslich legte ein Vertreter von attac-Deutschlad dar, dass es heute eine vermehrte Sensibilitaet fuer gesellschaftskritische Positionen gibt. " Seit dem Fast- Banken-Krach werde ich, der stets in einer Aussenseiterrolle war, laufend von Leuten gefragt, wie eine Gesellschaft jenseits der offenkundigen Misere der " freien Marktwirtschaft" aussehen koennte.".

Hermann Dworczak (Aktivist im Austrian Social Forum / ASF; 0043 / 676 / 972 31 10 ) Kopenhagen 11.12.09