"Trotzkis Töchter"
In Österreich tritt bei der Nationalratswahl am 28.9. ein neues linkes Wahlbündnis an. Doch auch eine gelungene Initiative für einen heißen Herbst würden sie bereits als Wahlerfolg verbuchen, sagen Nina Gunic, Sonja Grusch und Selma Schacht. Ein Interview von Saskya Rudigier und Lea Susemichel
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Anmerkungen zum Interview der LINKE in den an.schlägen
Eingangs: Äußerst positiv herauszustreichen ist, dass die an.schläge uns als neuem (Wahl-)Bündnis die Möglichkeit gaben, in einem Interview, das nebenbei gesagt in einer sehr solidarischen Atmosphäre abgelaufen ist, unsere Positionen darzulegen.
Nachdem der Abdruck eines Interviews aber platztechnisch immer etwas verkürzt wiedergegeben wird, jedoch zwei Anmerkungen dazu:
* Die Überschrift „Trotzkis Töchter“, so peppig sie auch klingt, geht klar am Charakter der LINKEN vorbei. Unser Bündnis ist ein sehr breites, das viele verschiedene Organisationen und Einzelpersonen unter der Prämisse von linken, kämpferisch-reformistischen und dezidiert antikapitalistischen Grundsätzen vereint. Die Reduzierung auf die trotzkistische Strömung innerhalb der Linken ist verengend und stellt insofern ein falsches Bild des Linksprojekts dar. Ich selbst etwa bin weder eine „Tochter“, noch anderweitig weltanschaulich Verwandte Trotzkis – sondern, um bei diesem Bild zu bleiben, in einer originär ideengeschichtlichen „Familientradition“ Lenins beheimatet.
* Bei einem weiteren Punkt ist mir eine Präzisierung wichtig: Der von mir erwähnte Leitkollektivvertrag (namens „BAGS-KV“) gilt erstens nicht nur für den Gesundheitsbereich, sondern auf für den größten Teil des Sozialbereichs (z.B. Behinderten-, Alten-, Kinder-, Jugend- und Flüchtlingsbetreuung). Zweitens liegt der große Unterschied in der Bezahlung in dieser Branche gegenüber anderen Berufen darin, dass für die meisten Beschäftigten in Österreich das KV-Gehalt nur unterster Mindeststandard ist („KV-Gehalt“), und die realen Gehälter aber darüber liegen („Ist-Gehalt“). Eine solche Überzahlung gibt es jedoch für die Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich nicht – die Fördergeber zahlen den Vereinen und Betrieben maximal das im Kollektivvertrag festgelegte Mindestgehalt.
Deswegen wurde von BetriebsrätInnen und Beschäftigten des Gesundheits- und Sozialbereichs die Forderung aufgestellt, unabhängig von den jährlichen Gehaltserhöhungen die gesamte Gehaltstafel um (zumindest) 20% anzuheben.
DSA Selma Schacht